Ehrenpreis und seine legendäre Geschichte.

Die Volksnamen Grundheilkraut, Wundheilkraut, Heil aller Welt, Heil aller Schäden etc. deuten auf die frühere Verwendung als Kraut bei Aussatz hin. Auch schrieb man dem Ehrenpreis wie vielen blau blühenden Pflanzen ein Gewitter abwehrende Wirkung zu. Beim Haus solle man kein Ehrenpreis abpflücken, weil sonst der Blitz bevorzugt einschlagen könne. Auch als Liebesorakel setzte man den Ehrenpreis ein, um den treuen vom untreuen Liebhaber zu unterscheiden. In Bezug auf die Pest gab es einen Trinkspruch: „Trinkt Ehrenpreis und Bibernelle – dann sterbt ihr nit so schnell.“ Soll angeblich neun Krankheiten heilen. Wenn man von bösen Vorahnungen in den Gedanken besessen ist, so solle man den Tee aus der Pflanze trinken.

Steckbrief von Ehrenpreis

Der persische Ehrenpreis ist ein Wegerichgewächs und erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 30 cm. Wächst überall in trockenen, lichten Wäldern, an Waldrändern, Kahlschlägen und manchmal auf Wiesen. Eine Ansiedlung im Garten ist möglich. Die Stängel sind beharrt. Die Blätter sind eiförmig und gegenständig angeordnet, deutlich länger als breit, bis zu 2 cm lang und matt. Der Blattrand grob gezähmt oder deutlich gekerbt. Die vierteiligen Blüten besitzen 4 ungleiche Kronzipfel und nur 2 Staubblätter. Die langgestielten Blüten entspringen den Blattwinkeln. Die Frucht ist mit einem Durchmesser bis 1 cm meistens flach und die Form an der Spitze häufig herzförmig, eingebettet in Kelchblätter. Die Blüte- und Sammelzeit ist von Juli bis August. Man verwendet das blühende Kraut.

Ehrenpreis und seine Wirkung als Heilpflanze.

Ehrenpreis wirkt verdauungsfördernd, regt den Stoffwechsel an und ist hilfreich bei Atemwegserkrankungen. Aufgrund der blutreinigenden Eigenschaften wird die Pflanze innerlich und äußerlich zur Vorbeugung und Behandlung von Geschwüren und Entzündungen eingesetzt. Außerdem lässt sich ein nervenstärkender Tee brühen.

„Universalheilmittel“ (Reinigt den Körper von Giftstoffen)
2 Teelöffel Ehrenpreis wird mit 1 Tasse kochendem Wasser übergossen, 10 Minuten ziehen gelassen und abgeseiht. 3-mal täglich 1 Tasse ist ausreichend.

HILDEGARD VON BINGEN:
Wer an der kleinen Krätze leidet, die zwischen Haut und Fleisch ist, der zerstoße das Kraut mit Fett, und er salbe sich damit. Aber nachdem es schon zu heilen begonnen hat, salbe er sogleich nicht mehr, weil er sonst sein Blut schädigt, wenn er sich dort länger salbt.

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