Engelwurz – eine Heilpflanze mit himmlischen Ursprungs.

Die Schutzkräfte der Pflanze müssen himmlischen Ursprungs sein und der Legende nach stieg in größter Not ein Erzengel herab und zeigte einem frommen Einsiedler, wie er sich gegen die Pest schützen kann. Mit dem ehrenden Namen Erzengelwurz erreichte man zweierlei: Die Heiligkeit des Pflanzengeistes wurde betont und der zu verwendende Teil bezeichnet. Bevor sich die Blütendolden an den bis zu zwei oder drei Meter hochstrebenden Stängel entfalten, meint man, in der untergehenden Sonne vor einer Madonna zu stehen. Engelwurz wurde zu einem Symbol der Dreifaltigkeit und des Heiligen Geistes, weil der Stängel zwischen zwei sich gegenseitig umschlingenden Hüllblättern hervorwächst, die die Blüten vorerst umschließen. Sie ist eine der Pflanzen, die gegen die Seuche des Mittelalters verwendet wurden, und hat im Sympathiezauber die gleichen Eigenschaften wie das Eisenkraut.

Wer sie bei sich trägt, wird von jedermann geliebt und verehrt, sie beschirmt die Liebenden. Als Amulett getragen ist sie Mittel gegen angezauberte Impotenz und andere Schadzauber. Wenn jemand Lampenfieber hat, vor einem Auftritt oder einer Prüfung, dem wird das umgehängte Amulett aus der Wurzel oder ein Sträußchen aus den Blüten helfen, die Angst zu überwinden. Besonders über Kinder hält der Pflanzendeva seine schützende Hand und bewahrt vor bösen Einflüssen. Im Mittelalter verwendete man Engelwurz, um Gifte aus dem Körper zu treiben, ihr wird nachgesagt, dass sie fruchtbarkeitsfördernd wirkt. Sie wächst wild nur an Plätzen mit Liebesenergie, darauf kann man sich verlassen.

Steckbrief einer himmlischen Heilpflanze.

Der Engelwurz auch Angelika oder auch Erzengelwurz genannt gehört zur Familie die Doldengewächse (Apiaceae) und ist eine mehrjährige Pflanze, welche eine Wuchshöhe bis zu 3 Metern erreichen kann.

Die Ernte von Engelwurz.

Der Grundgeschmack der Pflanze ist edelbitter und versteckt süßlich. Schon früher wurden meist im Juni ihre großen Blattstängel geschält, dicke Fasern längs herausgezogen, in Würfel geschnitten und abschließend mehrfach in Zuckerlösung gekocht als hervorragende Süßigkeit kandiert. Die noch ungeöffneten, großen Blütenknospen können im Juni geerntet werden und als Gemüsebeigabe verwendet werden. Die Blüten eignen sich von Juli bis September zum Aromatisieren von Dessertgerichten und Getränken. Möglichst unverholzte Wurzeln verarbeitet man von September bis in Frühjahr hinein. Die reifen Früchte nutzt man von August bis September getrocknet als Gewürze oder auch Aromageber in Wein.

Eine wirkungsvolle Heilpflanze bei vielerlei Beschwerden.

Die im Pflanzensaft enthaltenen Furocumarine erhöhen die Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht, wodurch es bei empfindlichen Personen verstärkt zu Hautreizungen kommen kann. Die Pflanzen werden seit Jahrhunderten geschätzt und galten als wichtige Heilpflanzen. Sie wirken antibakteriell, gegen Schimmelpilze im Darm und steigern die Abwehrkräfte. Arzneilich am wirksamsten sind die Wurzeln. Der Tee hilft bei Magen-Darm-Problemen, Rheuma und Bronchitis, aber auch bei Gicht und Menstruationsbeschwerden. Die Wurzel regt außerdem die Lebertätigkeit an. Ihre Wirkung bei Blähungen hat ihr in einigen Gegenden auch den spöttischen Namen „Engelpfurz“ eingebracht. Angelikawurzel ist ein wichtiger Bestandteil von Magenlikören.

Engelwurzhustenwein
2 – 3 EL getrocknete Angelikawurzeln mörsern und in 1 Liter Rotwein sieden, abgießen und noch warm 1 – 2 EL Honig zugeben. Bei zähem, chronischem Husten morgens und abends je 1 Likörglas trinken. Der Wein hält sich gekühlt etwa 4 Wochen lang.

Tee gegen nervöse Magenbeschwerden
Je 20 g Engelwurz und Kalmuswurzeln, Kamillenblüten, Fenchelsamen und Melissenblätter. 10 Minuten ziehen lassen. 6 Wochen lang 2- bis 3-mal täglich 1 Tasse trinken.

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