Wissenswertes über Fenchel.

Ursprünglich war der zweijährige Doldenblütler (Apiaceae) im Mittelmeergebiet und Vorderasien zuhause; heute wird er in ganz Europa, Asien, in Teilen Afrikas und Südamerikas angebaut. In den Mittelmeerländern begegnet man häufig dem Wilden Fenchel, der eine Wuchshöhe von 2,5 m erreicht, mit zarten gelben Blütendolden. In unseren Gärten wird der Fenchel nur 1,50 m hoch, mit markigen, gerillten, attraktiv blau überhauchten Stängeln. Die Blättchen sind reich gefiedert und fadendünn. Fenchel galt schon in der Antike als hoch gerühmte Heilpflanze und war Bestandteil eines Heiltrankes gegen den Teufel, galt von jeher auch als Glücksbringer für ein neugeborenes Kind. Bei den Mönchen, die Fenchel als Heil- und Gewürzkraut in ihren Gärten hegten und pflegten galt Fenchel als „Mönchsmedizin“. Volksnamen sind auch Brotanis, Brotwürz, Frauenfenchel, Langer Anis.

Fenchel – Ernte und seine Heilwirkung.

Die Blütezeit ist von Juli – September. Kraut wird im Sommer geerntet und Samen im Herbst. Verwenden kann man Samen, Wurzel und Kraut. Die Pflanze trägt immer Früchte unterschiedlicher Reifegrade. Die zuerst blühenden Blütendolden reifen auch zuerst. Schneiden Sie nach und nach die reifen Dolden im Hochsommer ab, über ein Tuch ausklopfen und rasch im Schatten trocknen. Fenchel wirkt appetitanregend, verdauungsfördernd, wurmwidrig, beruhigend und krampflösend. Die Früchte wirken außerdem blutdrucksenkend. Das enthaltene ätherische Öl wirkt antibakteriell, krampflösend, auswurffördernd und schleimlösend. Äußerlich angewendet soll der Fenchel in Augenwasser bei überlasteten Augen helfen. In der Ernährung wird Fenchel als aromatische Pflanze für Gemüse, Gewürze und Salate verwendet.

Fenchel und seine Zubereitung.

Fencheltee
1 TL (2,5g) frische gequetschte Fenchelfrüchte mit 1 Tasse heißem Wasser überbrühen und 7 Minuten bedeckt ziehen lassen. Trinken Sie 2- bis 4-mal 1 Tasse warm zwischen den Mahlzeiten, als Magentee ungesüßt, als Hustentee mit Honig gesüßt. Es empfiehlt sich, die Fenchelsamen immer erst kurz vor dem Gebrauch zu zerstoßen, damit sich die ätherischen Öle optimal entfalten können. Unzerdrückte Fenchelsamen in Filterbeuteln löschen zwar den Durst, können aber ihre Wirkung nicht entfalten.

Erkältungstee (Aufguss)
Je 20g Blüten von Linde, Schlüsselblume und Holunder, Fenchel- und Anissamen, Hagebutten- und Apfelschalen, Thymiankraut, Süßholz- und Ingwerwurzelstücke. 10 Minuten ziehen lassen. 3- 6 Wochen lang 3-mal täglich 1 Tasse trinken.

Tee zur äußeren Anwendung
In lauwarm abgekühlten Fencheltee ein Stofftaschentuch tunken, ausdrücken und 15 Minuten auf die Augen legen. Bei verklebten Augen oder einem sogenannten „Gerstenkorn“, das behutsam aufgeweicht werden soll, ist eine Fenchelauflage genau das Richtige; sie wirkt mild desinfizierend und eröffnend, wohltuend lindernd und heilend.

Gesichtswasser
Ein einfacher Kräuteraufguss aus Fenchel, stets frisch zubereitet, ist ein entspannendes, klärendes und reinigendes Gesichtswasser, das auch gegen Falten hilft.

HILDEGARD VON BINGEN:

Sein Same ist von warmer Natur und nützlich für die Gesundheit, denn wer ihn auf nüchternen Magen isst, vermindert den üblen Schleim und unterdrückt den üblen Geruch seines Atems und seine Augen können klarer sehen. Der Mensch nehme Fenchelsamen, und zur Hälfte davon Galgant, und zur Hälfte vom Galgant Diptam, und zur Hälfte vom Diptam Habichtskraut, und pulverisiere es zusammen. Das Pulver hält den gesunden Menschen gesund, den Kranken aber stärkt es.

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